Abstract
Wer eine Fremdsprache (FS) beherrschen will, muss dafür nicht nur mehrere 1000 Wörter und Wendungen gelernt, sondern sie vor allem auch zwischenzeitlich nicht wieder vergessen haben. Dafür bedarf es einer regelmäßigen Auffrischung und Umwälzung des bereits Gelernten. In diesem Vortrag geht es darum, wie Wortwissen systematisch konsolidiert und fremder Wortschatz so möglichst effektiv vernetzt werden kann. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Praktiken, die auf mehrkanaliges Lernen setzen und/oder bei denen über simples Üben hinaus auch exekutive Funktionen eine Rolle spielen. Hierzu zählt neben der bewussten Kombination gestischer und/oder motorischer Verfahren mit der Verarbeitung von Sprache etwa der gezielte Rückgriff auf komplexere Vokabellernstrategien. Zur Sprache kommen werden aber auch neuere Untersuchungen zur Rolle formelhafter Wendungen im Aufbau eines fremdsprachlichen Wortschatzes sowie Erkenntnisse aus der Forschung zur sog. private speech, einem ursprünglich im Rahmen von Vygotskys socio-cultural theory (SCT) entwickelten Konstrukt, das mittlerweile aber weit darüber hinaus zum Beispiel auch im Rahmen der Erforschung von sog. verbal working memory (VWM) Berücksichtigung findet.